thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) ist Weltmarktführer bei konventionellen U-Booten und führend in der Entwicklung neuer Überund Unterwassertechnologien für die Marine. Der weltweit tätige Konzern bietet Lösungen für militärische und zivile Kunden. Dazu gehören neben U-Booten auch hochmoderne Überwasserkampfschiffe wie Fregatten und Korvetten sowie Spezialschiffe wie Minenräumboote und Forschungsschiffe. TKMS steht für Spitzentechnologie und technologische Exzellenz.
TKMS ist in 60 Ländern aktiv und in Deutschland mit Standorten in Kiel, Hamburg, Bremen sowie Emden vertreten. Das Unternehmensziel: Europas
modernstes Marineunternehmen zu sein.
2,1 Mrd. Euro |
70% |
| Umsatz im Geschäftsjahr 2020-21 | der nicht-nuklearen U-Boot-Flotte der NATO stammen von TKMS |
TKMS nutzt die Flexibilität von Aras Innovator, um eine Enterprise Architecture (EA)- Lösung auf Businessebene zu entwickeln. Damit steht ein Werkzeug zur Verfügung, das – insbesondere in Kombination mit modernen KIAnwendungen – hilft, das Unternehmen digital abzubilden, um es als Ganzes besser zu verstehen und zu steuern.
„Mit Aras Innovator bilden wir unsere Unternehmensstruktur in allen Facetten ab. Wir erhalten ein Gesamtbild, in dem Kompetenzen, Organisationsstrukturen und Prozesse abgebildet und miteinander verknüpft sind. Wir sehen konkret, wie Informationen, Objekte und Prozesse zusammenwirken. Diese Durchgängigkeit und Sichtbarkeit hilft, Komplexität zu beherrschen und einzelne Steuerungselemente gezielt zu erkennen.“
Dr. Kira Giesecke, Head of Value Chain Strategy, thyssenkrupp Marine Systems
Pain Points
TKMS stand vor der Herausforderung, seine innerbetrieblichen Abläufe zu optimieren. Aufträge sollten effizienter abgewickelt werden, um der steigenden Nachfrage nach leistungsfähigen Marinefähigkeiten in einem sich verändernden globalen Sicherheitsumfeld noch besser gerecht werden zu können.
Das Kernziel: Mehr Transparenz durch eine präzise Analyse der unternehmensinternen Wertschöpfungsketten. Besondere Relevanz erhielt dieses Vorhaben durch die Einbindung größerer Konzernaufträge in verschiedene Konsortialprojekte, bei denen unterschiedliche Unternehmen – mit jeweils eigenen Prozessketten und anderen Entscheidungswegen – aufeinandertreffen. Der bisherige Einsatz von Programmen wie Excel erwies sich für die komplexe Vernetzung von Geschäftsprozessen, Anwendungen und Organisationseinheiten als unzureichend. Die Lösung lag in einer unkonventionellen Anpassung: Aras Innovator, ursprünglich eine Software für Product Lifecycle Management (PLM), wurde dank seiner Integrationsfähigkeit und flexiblen Architektur zum effektiven Steuerungsinstrument – ohne aufwändige Programmieranpassungen.
Anforderungen an das IT-System
Zum Start des Projekts wurde die Geschäftsperspektive eingenommen: Wie sind die Informationen auf der Geschäftsseite miteinander verknüpft? Welche Organisationseinheit muss mit welchem Prozess interagieren? Welche Auswirkungen haben (auch minimale) Änderungen am Anfang der Prozesskette nach hinten raus? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, muss die neue Anwendung daher neben den Grundfunktionalitäten im Datenmanagement auch Analysefunktionalitäten, offene Schnittstellen und Möglichkeiten einer KI-Integration bieten. Das flexible Datenmodell und die Kernfunktionen von Aras Innovator sowie die leistungsstarke Low-Code-Entwicklungsplattform bildeten für TKMS die Grundlage, eine EA-Lösung zu entwickeln, die
- eine zentrale Datenbasis für alle Prozess- und Anwendungsinformationen schafft,
- Informationen wie Geschäftsprozesse, Rollen, Rechte und Organisationsstrukturen vollständig integriert,
- in der Lage ist, Projekte zu bewerten, Redundanzen zu erkennen und Informationen für strategische Entscheidungen zu konsolidieren,
- KI-gestützte Analysen ermöglicht, um blinde Flecken und Schwachstellen im Unternehmen zu identifizieren.
Die neue Enterprise-Architecture-Anwendung sollte sich in bestehende Tools integrieren lassen, ohne diese zu ersetzen.
„Die technische Implementierung von Aras Innovator als Enterprise-Architecture-Tool erwies sich dank des Low-Code-Ansatzes von Aras als effizient. Die eigentliche Herausforderung lag nicht in der Anpassung des Systems, sondern in der Datenbeschaffung und der konzeptionellen Architektur, d.h. in der genauen Definition der Datenbeziehungen und ihrer strategischen Bedeutung. Das System entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Element unseres Wissensmanagements und ermöglicht uns die Simulation strategischer Entscheidungen zur Effizienzsteigerung.“
Sascha Olesch, Principal Enterprise Architect, thyssenkrupp Marine Systems
Erfolge mit Aras Innovator
Mit dem Einsatz von Aras Innovator als Enterprise-Architecture-Lösung hat TKMS einen strategischen Durchbruch bei der Digitalisierung des Unternehmens erzielt. Aras Innovator dient der Verwaltung und Vernetzung aller relevanten Unternehmensinformationen und eröffnet durch gezielte KI-Integration den Weg zu neuen Effizienzgewinnen.
So können heute beispielsweise die über 6.000 definierten Geschäftsprozesse auf Knopfdruck mit Hilfe von maschinellem Lernen analysiert werden. Die KI-gestützte Analysefunktion stellt automatisch Zusammenhänge zwischen Unternehmenszielen und operativen Prozessen her. Ein Scoring-System bewertet die Genauigkeit der KI-gestützten Zuordnungen. Der iterative Prozess schließt systematisch Informationslücken und optimiert kontinuierlich das zugrundeliegende Datenmodell.
Mit der Integration eines unternehmenseigenen Chatbots, der den Mitarbeitenden einen intuitiven Zugang zum gesammelten Unternehmenswissen ermöglicht, wird zudem der Grundstein für ein innovatives Wissensmanagement gelegt. Das System erkennt den Kontext der Anfragen und liefert präzise und relevante Informationen aus dem Unternehmen.
Ergebnisse mit Aras Innovator als EA-Tool
Die Kombination von Enterprise-Architecture-Modellierung und KI-gestützter Analyse ermöglicht eine deutlich präzisere sowie agilere Steuerung von Projekten. Wo früher Zusammenhänge nur schwer erkennbar waren, können heute – auch bei sehr komplexen Fragestellungen – datenbasierte und
zielgerichtete Entscheidungen getroffen werden.
Ein Blick in die Zukunft offenbart weiteres Potenzial: TKMS arbeitet an der Weiterentwicklung der KI-Funktionen für eine noch intelligentere Automatisierung. Ziel ist es, dass die KI automatisch Lieferengpässe erkennt, Projektpläne anpasst und selbstständig Gegenmaßnahmen einleitet. Auch eine Zusammenführung der im Enterprise-Architecture-Modell hinterlegten Unternehmensarchitektur mit den PLM-Möglichkeiten von Aras Innovator als produktdatenbasiertes Werkzeug könnte die Zukunft sein. Zumindest die technologischen Grundlagen dafür sind bereits geschaffen.
Die erfolgreiche Verzahnung von Unternehmensprozessen und -strukturen in Kombination mit KI-Analysen macht TKMS zu einem Vorreiter der digitalen Transformation in der Industrie. Aras Innovator hat sich dabei als Werkzeug erwiesen, das sich nicht nur im täglichen Doing bewährt, sondern auch eine langfristige Vision für das Unternehmen ermöglicht.
„Der Nutzen liegt vor allem darin, dass wir die Auswirkungen von Veränderungen besser abschätzen können, weil wir die gesamte Prozesskette im Blick behalten. In der Vergangenheit haben wir beispielsweise Optimierungen angestoßen, die zwar lokal erfolgreich waren, aber am Ende der Wertschöpfungskette enttäuschten. Mit Aras Innovator haben wir die Informationslücken geschlossen und kennen jetzt das Gesamtbild. Damit können wir die möglichen Auswirkungen von Entscheidungen am Anfang der Prozesskette bis zum Ende simulieren.“
Ralf Kieselbach, Head of Product Lifecycle Framework, thyssenkrupp Marine Systems
