Einleitung
Bei Kamstrup hat sich Aras Innovator® von einer Plattform für Änderungsmanagement und Produktstrukturen zu einem umfassenden System für Governance, Compliance und vernetzte Produktdaten entwickelt. Die Lösung unterstützt heute das Management von Teilen, Stücklisten (BOM), Konfigurationsstrukturen und Änderungsprozessen. Im Laufe der Zeit wurden weitere Workflows integriert, darunter Teileverifizierung, Teileanforderungen und Commercial Lifecycle Management. Während das Unternehmen seine Produktdaten kontinuierlich sauberer, stärker vernetzt, sicherer und skalierbarer gestaltet, übernimmt PLM innerhalb der Organisation eine zunehmend strategische Rolle.
Über Kamstrup
Kamstrup wurde 1946 in Dänemark gegründet und ist ein führender Anbieter von intelligenten Messlösungen, Produktdaten und digitaler Infrastruktur für Versorgungsunternehmen der Wasser- und Energiewirtschaft. Mit einem Umsatz von 3,5 Milliarden DKK im Jahr 2025 (rund 470 Millionen Euro) und Niederlassungen in 22 Ländern unterstützen die Lösungen von Kamstrup Versorgungsunternehmen dabei, Verbrauchsdaten effizienter zu erfassen und zu nutzen und so eine intelligentere Infrastruktur sowie ein besseres Ressourcenmanagement zu ermöglichen.
Aufgrund der hohen Konfigurierbarkeit der Kamstrup-Produkte ist ein konsistentes Management von Produktstrukturen, Konfigurationen und Entwicklungsdaten von entscheidender Bedeutung. Gleichzeitig stellen steigende regulatorische Anforderungen an Compliance und Materialtransparenz neue Herausforderungen für das Product-Lifecycle-Management dar.
Pain Points
Kamstrup nutzt Aras Innovator bereits seit vielen Jahren. Ursprünglich diente die Plattform als Grundlage für das Änderungsmanagement und die Produktstrukturen. Über lange Zeit wurde sie jedoch nicht mit einem klaren strategischen Fokus weiterentwickelt. Stattdessen wurde Aras zunehmend an die spezifischen Prozesse des Unternehmens angepasst. Diese Flexibilität brachte zwar Vorteile mit sich, führte jedoch auch zu einer wachsenden technischen Komplexität. System-Upgrades wurden immer aufwendiger und ressourcenintensiver.
Gleichzeitig nahm der regulatorische Druck kontinuierlich zu. Neue Anforderungen an besonders besorgniserregende Stoffe (Substances of Very High Concern, SVHC) machten ein konsequentes Management von Material- und Chemikaliendaten immer wichtiger. Hinzu kamen die Herausforderungen der vergangenen Jahre in den globalen Lieferketten. Aufgrund von Komponentenengpässen legte Kamstrup den Fokus verstärkt auf Dual-Sourcing-Strategien. Dabei entwickelte sich die Verwaltung freigegebener Herstellerlisten (Approved Manufacturer Lists – AML) innerhalb des PLM-Systems zu einem wichtigen Instrument, um die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette zu erhöhen.
Einige Zusammenarbeitsprozesse – insbesondere mit Lieferanten – basierten jedoch weiterhin auf dem manuellen Austausch von Dokumenten per E-Mail. Auch die Vernetzung innerhalb der PLM-Umgebung war in Bereichen wie Anforderungsmanagement, Variantenmanagement und Komponentenentwicklung noch nicht vollständig etabliert. Das ändert sich heute. PLM übernimmt bei Kamstrup zunehmend eine strategische Rolle. Der Fokus verlagert sich dabei von der reinen Verwaltung von Komplexität hin zum Aufbau einer sauberen, vernetzten und zukunftsfähigen Grundlage für das Unternehmen.
PLM-Anforderungen
Im Zuge der Weiterentwicklung seiner PLM-Strategie legte Kamstrup den Fokus darauf, die Fragmentierung zu reduzieren und für unterschiedliche Aufgaben dedizierte Plattformen innerhalb der Applikationslandschaft zu etablieren. Dazu war eine PLM-Plattform erforderlich, die konfigurierbare Produktstrukturen unterstützt, die Lifecycle-Governance verbessert und gleichzeitig die Abhängigkeit von kundenspezifischen Anpassungen verringert. Darüber hinaus wollte Kamstrup produktbezogene Daten systemübergreifend besser vernetzen und die Zusammenarbeit zwischen Teams verbessern, ohne die langfristige Skalierbarkeit aus den Augen zu verlieren. Damit rückten Datenqualität, Sicherheit und durchgängige Prozesse zunehmend in den Mittelpunkt.
Unser Ziel ist es, eine Strategie auf Basis sauberer, vernetzter, sicherer und skalierbarer Lösungen umzusetzen.
Kristian Nørgaard, Head of Business Applications, Kamstrup
Kamstrup begann außerdem zu evaluieren, wie PLM zukünftige Initiativen wie den Digital Product Passport (DPP) oder den einfacheren Zugriff auf Produktdokumentationen und -daten unterstützen kann.
Erfolge mit Aras Innovator
Heute dient Aras Innovator Kamstrup als stabile und zunehmend strategische Plattform. Ein wesentlicher Schwerpunkt bestand darin, unnötige kundenspezifische Anpassungen zu reduzieren und die Plattform stärker an den Standardfunktionen von Aras auszurichten. Dadurch haben die internen Entwicklungsteams die Systemlandschaft erheblich vereinfacht.
Wir wollten uns von all den individuellen Anpassungen lösen. Im Laufe der Zeit hat sich PLM zu einer strategischen Plattform innerhalb unseres Unternehmens entwickelt.
Freja Holm Betak, Direct Platform Owner, Kamstrup
Kamstrup hat die Rolle von PLM inzwischen deutlich über das klassische Engineering Change Management hinaus erweitert. Derzeit arbeitet das Unternehmen gemeinsam mit Aras an einer umfassenden Initiative zur Chemikalien-Compliance, um das Management materialbezogener Daten und regulatorischer Anforderungen weiter zu optimieren. Weitere Projekte umfassen CAD-Konnektoren, mit denen sich Engineering-Workflows automatisieren und der Zugriff auf Entwicklungsdaten verbessern lässt. Darüber hinaus prüft Kamstrup, weitere Lifecycle-Prozesse innerhalb von PLM abzubilden, darunter Requirements Engineering sowie Lieferanten-, Programm- und Variantenmanagement.
Ergebnisse
Die Transformation bei Kamstrup ist bereits weit fortgeschritten und erste deutliche Verbesserungen sind sichtbar. So konnte das Unternehmen die technische Komplexität seiner PLM-Umgebung erheblich reduzieren und damit die Wartung sowie zukünftige System-Upgrades deutlich vereinfachen. Aras Innovator bildet heute eine wesentlich stärkere strategische Grundlage für:
- Vernetzte Produktdaten
- Lifecycle Governance
- Compliance-Management
- Standardisierte Produktdokumentation
- Skalierbare Prozesse
Die Plattform unterstützt Kamstrup auf dem Weg zu einer stärker vernetzten Applikationslandschaft. Der aktuelle Schwerpunkt liegt darauf, diese Grundlage kontinuierlich auszubauen, indem PLM schrittweise weitere Prozesse und Teams miteinander verbindet.
Ausblick
Kamstrup entwickelt seine PLM-Roadmap kontinuierlich weiter und sieht weitere Möglichkeiten, die Governance von Produktdaten im gesamten Unternehmen zu stärken. Künftige Schwerpunkte könnten eine engere Zusammenarbeit mit Lieferanten, ein erweitertes Variantenmanagement und eine stärkere Integration.
Compliance-relevanter Prozesse sein. Auch das Management von Marktzulassungen und Zertifizierungen bleibt ein wichtiges Handlungsfeld. Eine bessere Transparenz über Produktzulassungen in verschiedenen Märkten könnte Kamstrup dabei unterstützen, neue Märkte künftig schneller und effizienter zu erschließen.
Auch Künstliche Intelligenz (KI) spielt auf Kamstrups Roadmap eine wichtige Rolle. Das Unternehmen untersucht derzeit, wie Aras InnovatorEdge neue Anwendungsfälle unterstützen kann. Ein Beispiel ist die Integration der QR-Code-Erstellung für Produktdokumentationen direkt in die PLM-Plattform, um die derzeit eingesetzte Drittlösung zu ersetzen. Auch wenn die internen Abstimmungen hierzu noch laufen, zeigen diese ersten Überlegungen bereits die übergeordnete Zielsetzung: PLM als zentrale Plattform für eine zunehmend vernetzte digitale Produkterfahrung weiter auszubauen.
Darüber hinaus sieht Kamstrup langfristiges Potenzial darin, den Zugriff auf Produktdokumentationen und Produktdaten im Rahmen zukünftiger Initiativen rund um den Digitalen Produktpass (DPP) deutlich zu vereinfachen.
Der Digitale Produktpass dient uns als Kompass für die weitere Entwicklung.
Freja Holm Betak
Fazit
Die Entwicklung von Kamstrup veranschaulicht die mögliche Veränderung der Rolle von PLM im Laufe der Zeit. Was ursprünglich als stark individualisierte Engineering-Umgebung begann, hat sich schrittweise zu einer stärker vernetzten Plattform für Governance, Compliance und Produktdatenmanagement entwickelt. Durch den Abbau technischer Komplexität, eine stärkere Standardisierung und die kontinuierliche Erweiterung des Einsatzbereichs von PLM schafft das Unternehmen eine saubere und skalierbare Grundlage für zukünftige Product-Lifecycle-Initiativen – einschließlich der künftigen Umsetzung des Digitalen Produktpasses.
