Iskraemeco: Engineering und Business durch einen Digital Thread verbinden

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 Iskraemeco logo
Zentrale
Kranj, Slowenien
Gegründet
1945
Mitarbeiter
mehr als 1.500 weltweit
Branche
Smart Metering, Smart Grid und Lösungen für Energieversorger

Herausforderungen

  • Fragmentierte Engineering- und Geschäftsprozesse
  • Informationen waren über ERP, SharePoint, Tabellen und externe Systeme verteilt
  • Manuelle Freigabeprozesse mit eingeschränkter Transparenz über Verantwortlichkeiten und Status
  • Zunehmende Komplexität bei Komponenten, Lieferanten und Compliance
  • Eingeschränkte Transparenz bei Produktänderungen

Ergebnisse

  • Integrierte digitale Workflows über Engineering, Einkauf, Qualität, Fertigung und Lieferanten hinweg
  • Eine „Single Source of Truth“ und ein durchgängiger Digital Thread
  • Standardisierte Workflows mit klaren Verantwortlichkeiten und vollständiger Rückverfolgbarkeit
  • Schnellere Entscheidungen, mehr Transparenz und proaktives Risikomanagement
  • Vollständige Rückverfolgbarkeit über den gesamten Lebenszyklus und umfassende Auswirkungsanalysen

Einleitung

Moderne Produktentwicklung liegt längst nicht mehr allein in der Verantwortung der Entwicklungsabteilung. Über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg sind verschiedene Unternehmensbereiche – darunter Einkauf, Fertigung, Qualitätssicherung, Lieferanten und Service – an der Entwicklung, Herstellung und Betreuung von Produkten beteiligt. Je stärker diese Bereiche miteinander vernetzt sind, desto weniger reicht es aus, lediglich Produktdaten zu verwalten. Unternehmen müssen auch die zugrunde liegenden Geschäftsprozesse miteinander verbinden. Genau vor dieser Herausforderung stand Iskraemeco. Um mehr Transparenz über seine Produkte und die damit verbundenen Prozesse zu gewinnen, benötigte das Unternehmen einen durchgängigen Digital Thread, der Engineering, Geschäftsbereiche und Enterprise-Systeme miteinander verbindet.

Über Iskraemeco

Seit mehr als 80 Jahren unterstützt Iskraemeco Energieversorger bei der Modernisierung ihrer Energieverteilung. Das heutige Portfolio umfasst intelligente Messlösungen für Strom, Gas und Wasser sowie digitale Energieplattformen und Services. Damit reicht das Angebot inzwischen weit über klassische Stromzähler hinaus und umfasst integrierte Hardware, Elektronik, Firmware, Software sowie Cloud-Services.

Die Lösungen von Iskraemeco kommen in mehr als 80 Ländern auf fünf Kontinenten zum Einsatz. Seit 2007 ist das Unternehmen Teil von Elsewedy Electric, einem Anbieter integrierter Energie-, Smart-Infrastructure- und Investmentlösungen. Mit der Weiterentwicklung des Geschäfts ist Engineering nur noch ein Teil eines wesentlich größeren Ökosystems. Produktinformationen haben sich zu geschäftskritischen Daten entwickelt, die im gesamten Unternehmen genutzt werden.

Um diese Entwicklung zu unterstützen, war mehr erforderlich als eine weitere Engineering-Anwendung. Iskraemeco benötigte eine Plattform, die Menschen, Geschäftsprozesse und Enterprise-Systeme mit einer gemeinsamen Informationsquelle verbindet. Die Lösung: Aras Innovator. Heute nutzen rund 135 Anwender aus den Bereichen Engineering, Einkauf, Qualitätssicherung, Fertigung und weiteren Geschäftsbereichen Aras Innovator als gemeinsame Product-Lifecycle-Management-Plattform (PLM).

Pain Points

Vor der Einführung von Aras Innovator basierten viele geschäfts- und komponentenbezogene Prozesse auf voneinander getrennten Systemen und manueller Koordination. Wichtige Informationen waren in ERP-Systemen, SharePoint, Engineering-Datenbanken, Tabellen, Lieferantenportalen, Testsystemen und E-Mails verteilt.

Das Management einer neuen Komponente erforderte die Abstimmung zwischen mehreren Abteilungen. Lieferantenfreigaben, Einkaufsaktivitäten und Benachrichtigungen über Produktänderungen folgten separaten Workflows, die nur schwer nachzuverfolgen waren. Mit zunehmender Produktkomplexität entwickelte sich die fehlende Vernetzung der Geschäftsprozesse zu einem wachsenden operativen Risiko. Auch das Zusammentragen produktbezogener Informationen innerhalb des Unternehmens war sehr zeitaufwendig.

Primo Kosir
„Früher dauerte die Erstellung mancher Reports oder Analysen Stunden oder sogar Tage. Heute können sie innerhalb von Sekunden oder Minuten erstellt werden.“

Primož Košir, PLM solution architect bei Iskraemeco

 

 

Besonders relevant war dies in Bereichen, in denen Produkt-, Lieferanten- und Kostendaten unmittelbare Auswirkungen auf das Geschäft haben. Ein Beispiel hierfür ist das Komponentenmanagement. Iskraemeco musste nachvollziehen können, wo eine Komponente eingesetzt wird, welche Auswirkungen Änderungen auf die eigenen Produkte haben und wie sich Compliance-Anforderungen, seltene Mineralien sowie schwankende Rohstoffpreise – darunter auch Gold aufgrund seiner Bedeutung in der Elektronikfertigung – auf Ausschreibungen, Margen und Lieferkettenrisiken auswirken können. Ähnliche Herausforderungen zeigten sich auch in anderen Prozessen. Damit wurde deutlich, dass Iskraemeco keine isolierten Einzellösungen, sondern eine integrierte digitale Grundlage benötigte.

PLM-Anforderungen

Statt für alle bestehenden Systeme einen einheitlichen Ansatz zu verfolgen, entschied sich Iskraemeco für eine hybride Strategie. Einige Systeme werden in die PLM-Plattform integriert, während ausgewählte Lösungen und Funktionen direkt in PLM überführt werden, sodass die entsprechenden Legacy-Systeme schrittweise abgelöst werden können. Ziel war es, eine gemeinsame digitale Infrastruktur aufzubauen, die unter anderem Engineering, Einkauf, Qualität, Fertigung und Lieferanten miteinander verbindet. Diese Infrastruktur sollte bestehende ERP-Systeme, Testumgebungen, Dokumenten-Repositories und externe Komponenteninformationen über standardisierte Workflows miteinander verknüpfen.

Flexibilität war dabei eine grundlegende Voraussetzung. Da Iskraemeco seine bestehenden Prozesse nicht grundlegend umstrukturieren wollte, musste sich die Plattform an die vorhandenen Arbeitsabläufe des Unternehmens anpassen und gleichzeitig eine kontinuierliche Verbesserung ermöglichen. Dieser Ansatz prägte auch die Einführung. Iskraemeco entschied sich für ein agiles, schrittweises Vorgehen und wählte das Komponentenmanagement als erste Anwendung. Dieses berührt zentrale Unternehmensbereiche und stellt einen natürlichen Ausgangspunkt für eine umfassendere Integration dar.

Wir haben PLM nie als abgeschlossene Implementierung betrachtet. Mit der Weiterentwicklung unseres Geschäfts haben wir die Plattform kontinuierlich erweitert, bestehende Prozesse verbessert und an neue Arbeitsweisen angepasst. Diese kontinuierliche Weiterentwicklung hat wesentlich zum langfristigen Mehrwert der Plattform beigetragen.

Primož Košir

Erfolge mit Aras Innovator

Die Initiative entwickelte sich schnell vom Komponentenmanagement hin zu einer unternehmensweiten digitalen Transformation. Statt einzelne Aufgaben zu digitalisieren, verfolgte Iskraemeco einen ganzheitlichen Ansatz und schuf damit eine durchgängige Transparenz über seine Geschäftsprozesse. Heute unterstützt Aras Innovator zentrale Workflows im gesamten Unternehmen, darunter:

    • Herstellerfreigabe
    • Freigabe von Herstellerteilen
    • Artikelfreigabe
    • Bestellungen
    • Fertigungsaufträge
    • Management von Product Change Notifications (PCN)

Alle Prozesse verfügen über klar definierte Verantwortlichkeiten, standardisierte Freigabewege, automatisierte Benachrichtigungen und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Engineering, Einkauf, Qualitätssicherung, Produktion und Lieferanten arbeiten über denselben digitalen Workflow und auf Basis verlässlicher Informationen zusammen.

Mit der Integration weiterer Geschäftsprozesse entwickelte sich Aras Innovator zum digitalen Rückgrat des Unternehmens. ERP, SharePoint, Testsysteme sowie Datenbanken mit Komponenten- und Lieferanteninformationen werden nahtlos zu einem einheitlichen Digital Thread verbunden.

Mithilfe von Aras Innovator konnten wir das Komponentenmanagement von einer Reihe voneinander getrennter Aktivitäten in einen vollständig integrierten Geschäftsprozess überführen. Durch die Verbindung von Menschen, Systemen und Daten über einen gemeinsamen Digital Thread haben wir die Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Engineering, Einkauf, Qualität und Fertigung deutlich verbessert.

Janez Bitenc, Head of Component Standard Support bei Iskraemeco

Mitarbeiter müssen heute nicht mehr zwischen verschiedenen Unternehmensanwendungen wechseln, um verlässliche Informationen zu finden.

Wenn man eine Komponente aufruft, werden die Daten aus allen Systemen des Unternehmens angezeigt. Es ist nicht mehr nötig, im ERP-System oder auf SharePoint-Seiten nachzuschauen, um alle Informationen zusammenzutragen.

Primož Košir

Ergebnisse

Die Transformation führte zu messbaren Verbesserungen sowohl im Bereich Engineering als auch in den Geschäftsprozessen:

Geschäftlicher Nutzen Ergebnis
Zeitaufwand für die Informationssuche Um mehr als 75 % reduziert
Design-Review-Prozess Um 50–80 % verkürzt
Produktivität im Engineering Um 10–20 % gesteigert
Analyse der Stücklisten-Compliance Von ca. 100 Stunden auf ca. 10 Minuten reduziert
Onboarding neuer Mitarbeiter Von mehreren Monaten auf nur wenige Tage verkürzt

 

Über diese messbaren Verbesserungen hinaus brachte Aras Innovator weitere wesentliche Vorteile:

Bessere Zusammenarbeit
Heute arbeiten Engineering, Einkauf, Qualität, Fertigung und Lieferanten über gemeinsame digitale Workflows und auf Basis verlässlicher Produktinformationen zusammen. Sie sind nicht länger auf voneinander getrennte Systeme und manuelle Abstimmungen angewiesen. Standardisierte Prozesse, klar definierte Verantwortlichkeiten und ein durchgängiger Digital Thread verbessern die Transparenz und Zusammenarbeit über verschiedene Geschäftsbereiche hinweg deutlich.

Schnellerer Zugriff auf Informationen
Mitarbeiter greifen über einen zentralen Einstiegspunkt auf Produktinformationen zu, der Daten aus unterschiedlichen Anwendungen miteinander verbindet. Dadurch können Ingenieure deutlich mehr Zeit in die Produktentwicklung investieren, anstatt Informationen in verschiedenen Unternehmenssystemen suchen zu müssen.

Standardisierte Prozesse und schnellere Entscheidungen
Geschäftsprozesse wie Herstellerfreigaben, Freigaben von Herstellerteilen, Artikelfreigaben, Bestellungen, Fertigungsaufträge und das PCN-Management folgen standardisierten, digitalen Workflows. Diese umfassen klar definierte Verantwortlichkeiten, automatisierte Benachrichtigungen und eine lückenlose Audit-Historie. Auch Engineering-Change-Prozesse und Design Reviews sind deutlich effizienter geworden. Durch die standardisierten digitalen Workflows haben sich die Bearbeitungszeiten verkürzt, sodass Engineering-Teams Änderungen wesentlich schneller bewerten, prüfen, freigeben und umsetzen können.

Verbesserte Rückverfolgbarkeit und proaktives Risikomanagement
Jede Freigabe, technische Änderung, Lieferantenbenachrichtigung und Compliance-Aktualisierung ist über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg vollständig rückverfolgbar. Noch wichtiger ist, dass Iskraemeco mithilfe von Aras Innovator schnell auf kritische Ereignisse wie Product Change Notifications (PCNs), Benachrichtigungen zu Produktfamilien, End-of-Life-Ankündigungen und komponentenbezogene Hinweise reagieren kann. Dank der frühzeitigen Transparenz über solche Ereignisse können die Abteilungen Engineering und Einkauf deren Auswirkungen schneller bewerten, früher Korrekturmaßnahmen einleiten, Risiken in der Lieferkette minimieren und potenzielle Kostenfolgen reduzieren, bevor diese die Produktion oder Kundenlieferungen beeinträchtigen.

Deutlich schnellere Analysen
Reports zur Rückverfolgbarkeit von Anforderungen werden heute innerhalb weniger Minuten automatisch erstellt. Dadurch lassen sich Engineering-Reviews und geschäftliche Entscheidungsprozesse erheblich beschleunigen.

Kontinuierliche Prozessverbesserung
Neben einer höheren operativen Effizienz bietet Aras Innovator Iskraemeco eine Plattform für kontinuierliche Verbesserungen. Mithilfe vernetzter digitaler Workflows kann das Unternehmen seine Geschäftsprozesse überwachen, Engpässe identifizieren und die Prozessleistung optimieren. So lässt sich die Effizienz kontinuierlich steigern, während sich die geschäftlichen Anforderungen weiterentwickeln.

Schnelleres Onboarding neuer Mitarbeiter
Ein weiterer Vorteil, der sich im Laufe der Zeit gezeigt hat, ist die deutlich schnellere Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Klar definierte Workflows, standardisierte Prozesse und direkt in die Abläufe integrierte Prozessanleitungen ermöglichen es ihnen, wesentlich schneller produktiv zu arbeiten.

Heute ist das Komponentenmanagement nicht mehr nur eine Engineering-Funktion, sondern auch eine strategische Geschäftsfunktion. Sie unterstützt schnellere Entscheidungen, eine höhere Resilienz der Lieferkette, den Erhalt von Wissen und kontinuierliche Innovation.

Janez Bitenc

Ausblick

Für Iskraemeco ist PLM ein kontinuierlicher Prozess. Derzeit stärkt das Unternehmen die Verbindungen zwischen Requirements Management, Softwareentwicklung, Testing und Verifizierung durch eine tiefere Integration mit Azure DevOps und CAD-Umgebungen. Gleichzeitig werden das Änderungsmanagement und die Integration der Enterprise-Systeme weiter vorangetrieben.

Der nächste Entwicklungsschritt ist künstliche Intelligenz (KI). Iskraemeco untersucht, wie KI Analysen verbessern, Routineaufgaben automatisieren, Risiken früher erkennen und Ingenieure dabei unterstützen kann, schneller Entscheidungen zu treffen. Während sich das Unternehmen zunehmend in Richtung digitaler Energiedienstleistungen entwickelt, wird sich auch die PLM-Plattform entsprechend weiterentwickeln. Dabei sollen neue Engineering-Disziplinen, Geschäftsprozesse und Technologien über denselben Digital Thread miteinander verbunden werden.