Energieinfrastrukturprojekte sind heute hochkomplexe, parallel laufende Großprojekte mit langen Zeiträumen und ständig wachsenden Anforderungen. In dieser Realität zeigt sich ein altbekanntes Problem in neuer Schärfe: Daten sind zwar reichlich vorhanden, jedoch nicht auffindbar, nicht verknüpft und nicht nutzbar.

Der wahre Engpass: Datenstrukturierung

Planungsunterlagen befinden sich in SharePoint, Komponenteninformationen in Excel und Projektentscheidungen werden in Meetings ohne Protokoll getroffen – so sieht der Alltag oft aus. Die Folge: Ingenieurteams verbringen zu viel Zeit mit der Suche nach Informationen, Daten verbleiben in Silos, Wissen geht verloren, Fehler wiederholen sich und Übergaben werden zur Risikoquelle.

Die Lösung: Integriertes Asset-Lifecycle-Management (ALM)

In unserem aktuellen Fachartikel für die Fachzeitschrift „et – Energiewirtschaftliche Tagesfragen” zeigen wir, wie ein integriertes Asset-Lifecycle-Management (ALM) auf Basis eines Digital Threads hier Abhilfe schafft. Durchgängige Datenmodelle sorgen dafür, dass alle Beteiligten zur richtigen Zeit auf dieselben aktuellen Informationen zugreifen können – egal, ob sie sich in der Planungs-, Bau- oder Betriebsphase befinden.

Wo es heute oft noch hakt

Typische Schwachstellen aus der Praxis:

  • Bei der Projektplanung fehlt oft der Gesamtüberblick: Entscheidungen werden getroffen, ohne dass sie später dokumentiert werden.
  • In der Ausführung kommt es zu doppelter Arbeit, weil die Informationsstände nicht synchronisiert sind.
  • Bei der Übergabe fehlen zentrale Nachweise, was regulatorisch und technisch kritisch ist.

Praxisbeispiel: Transparenz über sieben Jahre hinweg

Ein Netzbetreiber stand jüngst vor der Herausforderung, mehrere Großprojekte mit einer Laufzeit von bis zu sieben Jahren gleichzeitig zu steuern. Erst durch die Einführung eines digitalen Informationsmodells konnte das Unternehmen sicherstellen, dass der Status jeder Komponente jederzeit nachvollziehbar war und alle projektrelevanten Entscheidungen langfristig dokumentiert wurden. Ohne diese Transparenz und Rückverfolgbarkeit wäre ein effizienter Wissenstransfer in zukünftige Projekte kaum möglich gewesen.

Digital Thread und ALM machen den Unterschied:

  • Daten aus den Bereichen Planung, Engineering, Beschaffung und Betrieb sind durchgängig verknüpft – unterstützt durch ein starkes Produktdatenmanagement (PDM).
  • Entscheidungen werden systematisch dokumentiert, statt in E-Mails zu verschwinden.
  • Übergaben werden effizienter, weil alle Informationen zentral zugänglich sind.
  • Erkenntnisse aus früheren Projekten fließen automatisiert in neue ein.

 

Weiterführende Inhalte

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