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Beim Hausbau haben der Architekt und das Baupersonal unterschiedliche Fähigkeiten und Verantwortlichkeiten. Der eine entwirft einen Bauplan basierend auf den Bedürfnissen des Hausbesitzers, während der andere das Fundament legt und die Wände errichtet.

Dasselbe Prinzip gilt für die Produktentwicklung und das Engineering. Diese beiden Funktionen verbinden strategische Planung mit praktischer Umsetzung, sodass Unternehmen wettbewerbsfähige Produkte schneller und kostengünstiger auf den Markt bringen können.

Werfen wir einen Blick auf die Unterschiede zwischen Produktentwicklung und Produktengineering, bevor wir tiefer in die Phasen, Verantwortlichkeiten und Herausforderungen eintauchen, mit denen Teams konfrontiert sind.

Produktentwicklung vs. Produktengineering

Produktentwicklung und technisches Produktengineering verfolgen dasselbe Ziel, erfüllen jedoch zwei unterschiedliche Funktionen:

  • Produktentwicklung beantwortet das „Wer“ und „Warum“ eines neuen Produkts und steuert den gesamten Entwicklungsprozess
  • Produktengineering beantwortet das „Wie“, indem es das Produkt entwirft und entwickelt

Produktentwicklung

Produktentwicklung ist der übergeordnete Begriff und beschreibt den gesamten Produktdesignprozess – von der Marktforschung und Ideenfindung bis hin zur technischen Umsetzung und Auslieferung. Dabei werden Geschäftsstrategien mit Marktanforderungen abgestimmt, um sicherzustellen, dass das Endprodukt sowohl für die Nutzer als auch für das Unternehmen den größtmöglichen Mehrwert bietet.

Produktengineering

Produktengineering setzt die in den frühen Phasen der Produktentwicklung festgelegte Vision in die Tat um. Dies umfasst die Entwicklung detaillierter Designkonzepte und deren Übersetzung in konkrete Anforderungen – gefolgt von Prototyping, zahlreichen Testphasen, Fertigung und mehr.

Vier Phasen im technischen Produktentwicklungsprozess

Das technische Produktengineering ist für die Funktionalität, Verpackung und Wartung des Endprodukts verantwortlich. Es ist das Mittel, mit dem ein Unternehmen seinen Kunden echten Nutzen liefert. Engineering-Teams arbeiten meist nach einem strukturierten Prozess, um sicherzustellen, dass jede Version ein durchdachtes Design und umfangreiche Tests durchläuft, bevor das Produkt auf den Markt kommt.

  1. Produktdesign und Prototyping
  2. Produkterstellung
  3. Tests und Qualitätssicherung
  4. Support und Wartung

1. Produktdesign und Prototyping

Produktentwicklungsingenieure setzen an, nachdem sie Marktforschung, Kundenanforderungen und Unternehmensziele ausgewertet haben. Ihre erste Aufgabe ist es, die Machbarkeit in Bezug auf Funktionalität, Support, Budget und Zeit zu bestimmen. Ist der Fahrplan klar, beginnt der kreative Prozess: Konzepte entwickeln, prototypisieren und Lösungen testen, um die Anforderungen bestmöglich zu erfüllen.

2. Produkterstellung

Sobald das Design abgeschlossen ist, beginnt die tatsächliche Produktentwicklung. Diese kann Software, Hardware, Rohmaterialien oder eine Kombination daraus umfassen. Der Prozess ist oft funktionsübergreifend – mit Softwareentwicklern, Maschinenbauern, Industriedesignern, QA-Teams und anderen Abteilungen. Es handelt sich um einen iterativen Prozess: Komponenten werden gebaut, getestet und optimiert, bis die Anforderungen erfüllt sind.

3. Tests und Qualitätssicherung

Vor der Markteinführung durchlaufen Produkte umfangreiche Tests. Die Qualitätssicherung (QA) zielt darauf ab, Fehler, Sicherheitslücken, schlechte UX-Designs und andere Probleme aufzudecken, um ein optimiertes Endprodukt zu gewährleisten.

Typische Testarten in der Produktentwicklung sind:

  • Funktionstests analysieren die Fähigkeiten des Produkts und prüfen, ob es die gewünschten Aufgaben erfüllt
  • Usability-Tests decken Probleme mit der Benutzererfahrung (UX) auf und helfen, das Produkt benutzerfreundlicher zu gestalten
  • Leistungstests bewerten das Verhalten des Produkts unter verschiedenen Bedingungen, sodass technische Probleme erkannt und behoben werden können
  • Sicherheits- und/oder Konformitätstests prüfen, ob das Produkt sowohl Kunden als auch Unternehmen im Einklang mit branchenspezifischen und gesetzlichen Standards schützt

Sobald alle Tests abgeschlossen sind, ist das Produkt bereit für die Markteinführung.

4. Support und Wartung

Nach der Markteinführung bleibt das Engineering-Team in Bereitschaft, um sicherzustellen, dass das Produkt weiterhin ordnungsgemäß funktioniert. Dazu gehören technischer Support, Fehlerbehebungen oder neue Funktionen auf Basis von Kundenfeedback.

Herausforderungen in der technischen Produktentwicklung

Die Produktentwicklung ist komplex, funktionsübergreifend, zeitaufwendig und kostenintensiv – mit extrem hohen Anforderungen. Teams aus Produktmanagement, Betrieb, Marketing, Vertrieb und Kundenservice müssen eng zusammenarbeiten.

Typische Herausforderungen sind:

  • Abteilungssilos: Unterschiedliche Tools, Datenquellen, Prozesse und Prioritäten führen oft zu Kommunikationslücken, unvollständigen Entscheidungen, Verzögerungen und Mehraufwand.
  • Sich ändernde Anforderungen: Eine der größten Herausforderungen für Produktentwickler. Durch viele Beteiligte und sich wandelnde Marktdynamiken entstehen häufig Missverständnisse und Verzögerungen.
  • Ressourcenmangel: Technische Teams müssen laufend Kapazitäten, Personal, technologische Grenzen und enge Zeitpläne ausbalancieren. Ohne strategisches Management steigen Fehlerrisiken und Burnout-Gefahr.
  • Enge Zeitpläne: Stakeholder erwarten kurze „Time-to-Market“-Zeiten. Aufgrund der vielen Abhängigkeiten innerhalb der Entwicklung ist ein klarer Zeitplan oft der einzige Weg, um Verzögerungen zu vermeiden und Ressourcen effektiv zu koordinieren.

Technologie zur Optimierung der technischen Produktentwicklung nutzen

In einem dynamischen Marktumfeld mit komplexen Lieferketten, fragmentierten Daten und strengen Vorschriften setzen Unternehmen zunehmend auf Technologie, um das technische Produktengineering zu vereinfachen. Product Lifecycle Management (PLM)-Software vereint alle Prozesse und Daten in einem kohärenten System. Sie ermöglicht organisationsweite Integration, Ressourcennutzung und globale Zusammenarbeit.

Ein zentrales Element von PLM-Software ist der digitale Faden, der es ermöglicht, Produktdaten über den gesamten Entwicklungszyklus hinweg zentral und zugänglich zu verwalten. Laut Accenture verkürzen Unternehmen mit einer solchen Infrastruktur ihre Markteinführungszeit um 15–40 % und verbessern die Vorhersagegenauigkeit für Service- oder Ersatzteilbedarfe um 30–45 %.

Praxisbeispiele

Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) ist ein führender Anbieter maritimer Technologien und beliefert Regierungs- und Privatkunden in 60 Ländern. Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden und interne Prozesse zu verbessern, nutzte TKMS den digitalen Faden, um über 6.000 Prozesse zu kartieren und eine agilere, präzisere Produktentwicklung zu ermöglichen.

ROKI, ein japanischer Hersteller von Automobilteilen, hatte mit isolierten Entwicklungsteams und verschiedenen CAD-Systemen zu kämpfen. Aufgrund interner Hürden bei der Informationsweitergabe, mangelnder Versionierung und schlechter Suchfunktionen musste ein Großteil der CAD-Administration ausgelagert werden. Durch die Einführung einer Low-Code-PLM-Plattform konnte ROKI seine Daten zentralisieren, die Entwicklung systemübergreifend optimieren und 50–60 % der administrativen Aufgaben wieder ins Haus holen.

Wie Aras helfen kann

Aras Innovator® ist eine anpassbare Low-Code-PLM-Plattform, die Produktentwicklungsteams weltweit bei der reibungslosen Zusammenarbeit, Prozessabwicklung und Datenverwaltung unterstützt. Mit dem digitalen Faden als Fundament können Unternehmen ihre Produktdaten sammeln und in Kontext setzen – für eine effizientere technische Produktentwicklung.

Erfahren Sie mehr darüber, wie Aras Engineering-Teams unterstützt – von der Innovation bis zur Umsetzung erfolgreicher Produkte.